Montag, 31. Januar 2011

Masters-WM in Mol - 22.01.2011

Wir schreiben den 21.01.2011 morgens, für das Erkennen der genauen Uhrzeit, erscheint es mir einfach zu früh. Unser Auto ist voll, voller Räder und Laufräder.  Das Ziel unserer frühen Ausfahrt ist Mol, in Belgien. Laut Navi soll unsere Reisezeit ohne Pausen ca. 5 Stunden dauern. Der Tank ist voll und der Wagen ist zwei Tage zuvor bei der Inspektion gewesen. Wir rechnen mit einer Gesamtreisezeit von 6 Stunden inklusive mindestens einer kurzen Pause.
Nach 100 km beginnt es leicht zu schneien, so viel zu der Hoffnung der frühe Winter fände auch ein frühes Ende. Wir hoffen das Besten und befürchten das Schlimmste. Kurze Zeit später endet der Schneefall.
Die weitere Fahrt verläuft ereignislos, abgesehen von einem abrupten Ende der Autobahn mitten in einer Stadt und einigen Verwirrungen vom Navi in Antwerpen, die eine kilometerlange Fahrt in die falsche Richtung zufolge hatte, da wir die Autobahn nicht verlassen können.
Wir fahren von der Autobahn ab und befinden uns immernoch in Holland und nicht in unserem eigentlichen Zielland Belgien. Ein wenig Unruhe kommt auf. Nach unserer Irrfahrt in Antwerpen haben wir leichte Zweifel an den Fähigkeiten des Navis.
Auf einer einsamen Landstraße überqueren wir plötzlich die Landesgrenze: Belgien; zumindest weist uns ein Schild darauf hin.
Wir sind fast da. Die ersten Radfahrer kommen uns schon entgegen, sie haben ihr Training wohl schon beendet.
Das Zilvermeer liegt vor uns. Na gut, es ist wohl ein ehemaliger Baggersee und das Beeindruckende ist eher das geschäftige Treiben auf dem Parkplatz. Crosser sämtlicher Nationen haben sich hier eingefunden, aber auch bekannte Gesichter aus Hamburg und von den Cross-Rennen der Stevens Cup Serie. Die Stimmung ist gelöst, nur das Wetter möchte nicht so ganz mitspielen, zum Glück regnet es nicht.
Wir wollen auf den Kurs. Die freudige Anspannung steigt. Natürlich bin ich aufgeregt, es ist die WM!
Schnell bauen wir die Räder auf. Ich habe mich für Slicks entschieden, da mit Matsch und Modder nicht zu rechnen ist.
Jetzt sehe ich den Kurs zum ersten Mal live. Es ist ein tolles Gefühl und wir sind dabei.
Zuerst geht es auf das lange Sandstück zum See. Ich traue mir nicht zu, das Stück zu fahren und so springe ich ab und laufe. Zu viele Fahre habe ich gesehen, die sich so herrlich in den Sand werfen, weil sie mit Schwung in den tiefen Strand fahren.
Auch das Laufen kostet Kraft, aber geht doch erstaunlich schnell. Am See entlang kann ich wieder aufspringen und fahren. An zwei weiteren Stellen erscheint mir der Sand wieder zu tief zum Fahren.
Die Treppe auf der Strecke hat einen Stufenabstand, der für so kurzbeinige Menschen, schon bös weh tut. Der Rest der Strecke ist sehr angenehm. Ich habe das Gefühl, sie liegt mir.
Nach ein paar Runden verlassen wir den Kurs, da es langsam auch dunkel wird.
Wir beziehen unser Hotelzimmer. Der pflegeleichte Boden nimmt uns die Entscheidung ab, ob wir unsere Räder mitreinnehmen sollen. Immerhin haben wir WLAN...
Den Abend lassen wir mit Telse und Dirk noch in einer original belgisch-ägyptischen Pizzeria bei "Irgendwas" mit Frieten ausklingen: Belgisches Carboloading :o)
Nach einer mäßig entspannten Nacht bekommen wir immerhin ein frühes Frühstück. Ich freue mich auf den Start.
Während ich die Räder aufbaue, will Torben mich anmelden. Wenig später erfahren wir, dass ich persönlich anwesend sein muss, so stelle ich mich in die Schlange. Als die Österreicherinnen wieder weggeschickt werden, weil sie keine Masters-Lizenz, sondern eine Elite-Lizenz haben, ahne ich schon, dass hier meine "Reise" endet. Meine Anmeldung wird eingehend studiert, auch wird lange überprüft, ob ich Weltcup-Punkte habe, doch eigentlich ist das nur ein Vorwand, denn kurze Zeit später bekomme ich kommentarlos meine Lizenz und Anmeldung zurück, denn ja, ich habe eine Elite-Lizenz.
All Jahre vorher war es kein Problem, doch ausgerechnet in meinem ersten Lizenzjahr soll die Regelung strikt eingehalten werden, zumindest bei den Frauen.
Meine Enttäuschung ist riesengroß. Es ist einfach ungerecht, da sie bei den Männer diese Selektion nicht vornehmen.


Nun haben wir nur noch einen Starter aus unserem Team. Torben wird im letzten Rennen des Tages starten. Da ich einer der schlechtesten Zuschauer überhaupt bin, fällt es mir schwer nach meiner eigenen Enttäuschung jetzt Begeisterung fürs Anfeuern zu entwickeln, ein wenig Zeit zur Selbstmotivation bleibt mir ja noch.
Ich lege meinen Schwerpunkt auf das, was ich beim Zuschauen am besten kann, fotographieren.
Der Start verzögert sich ein wenig und die Fahrer laufen im Vorstartbereich auf und ab. Die Anspannung ist fühlbar.
Es wird zum Start aufgerufen. Torben hat ein wahnsinniges Losglück und kann sich als letzter Fahrer noch in der ersten Reihe platzieren. Es geht los und Torben setzt sich sofort an die Spitze des Feldes und kann diese bis zum Sandstück auch halten. Das Teilnehmerfeld ist sehr stark besetzt, so dass er am Ende noch einen sehr guten 25.Platz herausfahren kann. Ich bin am Ende des Renntages zwar nicht zufrieden, aber immerhin stolz.
Nach dem Rennen geht es zur Frituur. Ein belgisches Erlebnis, aber sehr lecker.
Wir lassen den Abend noch gemütlich ausklingen und freuen uns auf den nächsten Tag und unsere Fahrt nach Hoogerheide zum Weltcup-Rennen, wo wir von den Profis "lernen" können.
Davon an anderer Stelle mehr...

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