Montag, 31. Januar 2011

Stevens Cross Cup 2010/2011 Finallauf in Buchholz

16.01.2011:
Heute ist das letzte Crossrennen im Stevens Cup 2010/11 und auch gleichzeitig mein erstes Lizenzrennen.
Zwischen dem letzten Hobbyrennen und dem ersten Lizenzrennen hatte ich ein paar Wochenenden Pause, ganz freiwillig und nicht zum Training.
Wir haben fast nur relaxed.
Jetzt geht es aber los. Zum Glück sind die Läufe recht spät angesetzt und die Fahrtzeit eigentlich nicht lang. Eigentlich...
Buchholz ist nicht weit von Hamburg entfernt und die Strecke einfach zu finden, zumindest bis zum Ortseingang, nur hat Buchholz nicht nur einen Orteingang und ist um einiges größer als gedacht.
Binnen kurzer Zeit weicht die anfängliche Vorfreude auf das Rennen einer wachsenden Unruhe, die sich im Verlauf der Odyssee durch Buchholz in unterschwellige Wut verwandelt.
Wir haben nämlich keine genaue Adresse, sondern lediglich die Angabe Schützenplatz. Anmerkung: Es gibt mehr als einen Schützenplatz in und um Buchholz. Ich sehe mich schon wieder frustriert nach Hause fahren, weil wir das Rennen einfach nicht finden. Jegliche Versuche ortskundige Freunde per modernen Kommunikationsmitteln nach dem Weg zu fragen, schlagen fehl.
Auf gut Glück fahren wir in das Stadtzentrum von Buchholz und da steht es: "Parkplatz Schützenplatz".
Wir sind richtig!!!
Kurze Zeit später können wir unsere Räder auf dem Parkplatz ausladen. Sofort bin ich von der Atmosphäre gefangen. Es kribbelt und knistert in der Luft.
Wir fahren den Kurs ab. Es ist auf den ersten Blick nicht mein Lieblingskurs, da es ziemlich "steil" bergab geht, um dann nach einer Spitzkehre umgehend wieder hoch und das mehrmals. Das Treppenhindernis ist zwar nicht lang, aber durch einen Absatz, der den Laufrhythmus unterbricht, nicht weniger kräftezehrend. Nach einem kurvigen,aber flowigen Flachstück geht es noch über zwei Hürden und dann wieder in die nächste Runde.
Ich bin weit von der Ideallinie entfernt, aber bis ich die beherrsche, wird wohl noch einige Trainingszeit vergehen. Da dies mein erstes Cross- und auch Rad-Jahr ist, geht es darum heil, weitgehend auf dem Rad und möglichst nicht als letzte anzukommen.
Durch unsere Irrfahrt haben wir leider einige Zeit verloren, so dass ich mich nach zwei Runden auf der Strecke, für das Warmfahren auf der Rolle entscheide.
Das Wetter ist für Mitte Januar toll, die Sonne scheint und wärmt ein wenig.
Es ist schön dabei zu sein. Da wir mit dem Auto recht nah an der Anmeldung stehen, kommen viele vorbei und plaudern kurz mit mir, das verkürzt mir die Zeit bis zum Start.
Endlich ist es soweit. Wir werden zur Startaufstellung gerufen. Ich brauche gar nicht zuhören. Da ich noch kein Rennen in der Stevens Cross Cup Serie gefahren bin, stehe ich in der Aufstellung ganz hinten. Doch das stört mich nicht so sehr, um vorne mitfahren zu können, fehlt es bei mir noch an eigentlich allem. Zumal das Starterfeld stark besetzt ist.
So fahre ich als Vorletzte in den Wald. Gut, ich bin auch nicht ins Pedal gekommen und der Start kam fast unerwartet...
Mein Ergebnisziel ist nicht als letzte anzukommen, daher heißt es jetzt, kämpfen.
Es ist allerdings angenehmer in der Frauen-Elite-Klasse zu fahren, als im Hobbyrennen. Ich kann mitfahren, endlich nicht mehr nur hinterher. Es lohnt sich, anzugreifen und sich anzustrengen.

Nachdem ich die Fahrerin vor mir überholt habe, weiß ich, dass ich nicht letzte werde, kann im Verlauf des Rennens noch drei weitere überholen und vor allem werde ich das erste Mal in einem Crossrennen nicht überrundet und das trotz eines technischen Defekts, der dafür sorgt, dass ich die letzten drei Runden mit dem Ersatzrad fahre. Puh!!!
Wer als Frau in Hobbyrennen, die zu 95 - 99% mit Männern besetzt sind, mitfährt, kann meine Freude nachempfinden, wie es ist, das erste Mal nicht überrundet zu werden.
Es hat RIESEN-Spaß gemacht!!!
Ich kann die nächste Saison kaum erwarten :o)
Torbens Rennen startet einige Zeit nach uns, Zeit genug, dass ich mich warm anziehen kann. Es ist zwar vergleichsweise schönes Wetter, aber immernoch Januar.
Aus der zweiten Reihe geht's los. Das Rennen ist geprägt von Zweier- und Dreiergruppen. Wer alleine fährt, muss kämpfen.
Torben kann sich in einer Zweiergruppe positionieren.
Schlußendlich kann er sich gegen seinen "Mitfahrer" durchsetzen.

Das Rennen ist von Anfang bis Ende spannend, da auch der Kampf um Platz1 erst in der letzten Runde entschieden wird.
Die große Anzahl von Teilnehmern, die noch bis zum Schluß ausharrt, um die Sieger und Platzierten der Serie zu ehren, zeigt, dass der Cross-Sport, trotz seines Wachstums ein familiärer ist.
Alles in allem ist dieser Tag ein würdiger Abschluss für eine gelungene Rennserie. Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und auch viel Spaß gehabt.
Ich freue mich darauf alle spätestens im Oktober 2011 wiederzusehen.

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