Donnerstag, 14. April 2011

Kkkkkkkkooooooo.....ppppfffstein....pppfffflaaasstterrrr



Es scheint ein herrlich sonniger Tag zu werden, wenn nicht... halt... ich greife vor.

Wir sind auf dem Weg nach Bad Bevensen, genau nach Röbbel. Nicht bekannt? Na ja, macht nichts, kommt noch.
In Röbbel findet ein Straßenrennen statt und der Kurs hat eine Besonderheit: 1,8 km Kopfsteinpflaster.
Wir melden uns schnell an und fahren den Kurs ab. Hinter der Startgerade geht es nach einigen hundert Metern nach links und dann in einer 90 Grad Kurve auf das Kopfsteinpflasterstück. Zur Eingewöhnung erstmal mit Schotter in Kurve, dafür aber leicht bergab. Das Pflaster ist ausgewaschen und ich fühle mich wie in einem Mixer. 7,5 Bar und Rennradgeometrie sind eine denkbar schlechte Wahl für derartige Bodenbelege, aber ein regelmäßiger Radwechsel während des Rennens ist leider unpraktisch und so sicher auch nicht gedacht. Es ist auch nicht so ein Null-Acht-Fuffzehn-Pflaster, sondern eine Kraterlandschaft mit Steinschlaggefahr.
Das ständige Geholpere und der leichte Anstieg sind schon jetzt ganz schön anstrengend. Ich suche die 'Ideallinie'.
Zurück auf dem Parkplatz treffen wir auf Beeke und Knut, mit denen ich dann zur Warm-up-Runde aufbreche.

Einige Zeit später stehen wir rechtzeitig am Start. Die Sonne wärmt. René fragt Anne noch, wie sie heißt und die Antwort war nicht ,Anne', aber er versorgt uns und die Zuschauer noch mit weiteren Informationen zu den Starterinnen, um die Zeit bis zum Start zu überbrücken.
Kopfsteinpflaster - der Beweis!!!

Jetzt geht es aber los. Ich bin im Feld. Juhu! Es geht in die Kopfsteinpflasterpassage und das Feld reißt auseinander. Ich werde durchgeschüttelt und suche noch immer nach der Ideallinie. Ich halte mich so weit es geht rechts, doch hier ist Sand und der ist teilweise so tief, dass es sich, wie Stillstand anfühlt.
Am Ende der Passage bin ich total platt. Zum Glück finde ich mich mit Beeke in einer Vierer-Gruppe wieder. Der nächste Abschnitt steht ununterbrochen im Wind, schräg von vorne. Hier alleine zu fahren, macht entweder sehr langsam oder sehr schnell müde. Doch unser kleines Grüppchen läuft, auch wenn wir zusehends den Boden auf die große Gruppe verlieren. Beeke und ich arbeiten gut zusammen. Ob wir jedoch alle das gleiche Interesse haben, nämlich an das Hauptfeld wieder heranzufahren... ich weiß es nicht.
Gegen-, Seiten- und Rückenwind wechseln sich auf dem Kurs ab, dann geht es wieder über das Kopfsteinpflaster. In der fünften Runde verliere ich Beeke und unsere Gruppe löst sich auf. Ich habe einen Moment nicht aufgepaßt und schon bin ich alleine. Auf dem Gegenwindstück versuche ich noch zu meiner Vorderfrau aufzuschließen, aber ich habe wohl zu viele Körner auf der Strecke gelassen und es fehlte der letzte Hauch von Biss. Zumindest fahre ich in gleichbleibendem Abstand weiter.

Ich bin trotzdem mehr als zufrieden. Der Kurs ist hart, das Material hielt, immerhin war ich von Start bis Kopfsteinpflaster im Feld und ich bin bis zum Ende durchgefahren. Die Ideallinie habe ich übrigens bis zum Schluß nicht gefunden.

Nach dem Rennen lassen wir uns mit dem Shuttle-Auto über die Kopfsteinpflasterpassage fahren und legen uns in die Sonne, um den Männern beim ihrem Rennen zu zusehen, zu plaudern und rumzualbern. Das ist herrlich. Entspannung pur. So muss ein Cooldown sein.

Ob ich wieder in Röbbel fahren würde? :o)

Jetzt habe ich eine ungefähre Vorstellung, wie sich Paris-Roubaix anfühlt, auch, wenn wir „nur 12.6 Kilometer“ Kopfsteinpflaster gefahren sind. Aber wir haben dafür auch Startgeld bezahlt ...

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