Mittwoch, 13. April 2011

Strasse?!


Der Schnee ist verschwunden, die Cross-Saison ist vorbei und noch hat die Triathlon-Saison hier bei uns noch nicht begonnen, also muss ich entweder eine längere Wettkampf-Pause einlegen oder was Neues ausprobieren?

Treibt mich der Größenwahn, der Übermut oder schlicht Selbstüberschätzung? Was es auch immer ist, ich stehe am Start, in Ascheffel, bei meinem ersten Strassenrennen, verspätet und im Feld der männlichen U19, da es kein Frauenstart gibt. Es ist kalt, ich habe etwas Bammel … und natürlich komme ich nicht ins Pedal, verpasse dadurch den Anschluss ans Feld und bin nach nicht einmal 100 m soweit hinter dem Feld, dass sogar schon der erste Materialwagen an mir vorbei ist.

Ich bin frustiert, die kalte Luft brennt in den Lunge und eine Chance im Hauptfeld mitzufahren ist inzwischen verschwindend gering. Nach einigen Kilometern sehe ich die ersten Stürze, zum Glück nur Abschürfungen. Der Kurs ist wellig und windig, ich bleibe alleine. Mein Entschluss steht, ich fahre die erste Runde so schnell ich kann zu Ende und dann kurz vor der Start-Ziel-Überquerung nach links abbiegen, nur der Peinlichkeit entkommen alleine an allen Zuschauern vorbeizufahren. Nachher erfahre ich, dass ich nicht die einzige bin, die alleine fährt, aber es ist mein erstes Rennen und was weiß ich schon.
Ich folge meinem Entschluss und komme zum ersten Fazit: ¾ Jahr Triathlon und 4 Monate Cross machen nicht automatisch zum Strassenfahrer.
Ich bin froh, dass wir uns irgendwann auf dem Weg nach Hause befinden...

Neuer Tag, neues Spiel, neues Glück? Ich hatte mich für den Giro Nortorf angemeldet, diesmal im Frauenfeld, bzw. in einem gemischten Senioren 3 und 4 und Frauenfeld.
Wieder bin ich recht langsam beim Start, aber nicht so zögerlich, wie vortags. Hilft aber alles nix. Hinter den ersten Kurven ist kurzes Sand-Schotterstück mit einem Balken, was so ungefähr alle vor mir dazu bringt, eine Vollbremsung zu machen und beinahe abzusteigen. Blöderweise ist das Hauptfeld damit weg. Hinter dem Schotter geht es über einer der beiden „Erhebungen“, die erste Autobahnbrücke und auch in den Wind. Ich kämpfe mich an einigen versprengten Fahrer vorbei und finde einen 'Mitstreiter', mit dem ich gemeinsam zu zwei weiteren Frauen, unter anderem Susanne, die eine starke Crosserin ist, und einem Senior aufschließen kann. Ab jetzt fahren wir in einer kleinen Verfolgergruppe. Es macht Spaß richtig Spaß. Wir wechseln uns mit der Führungsarbeit ab, unsere kleine Gruppe ist unterschiedlich stark, daher werden wir nicht so richtig schnell, aber nachdem wir auch noch eine Büdelsdorfer Fahrerin eingesammelt haben, zieht das Tempo an.
Den Senior, der mit mir an die kleine Gruppe herangefahren war, muss uns ziehen lassen.

In der letzten Runde wechseln wir die Führung in kurzer Folge, so dass wir nochmal richtig Fahrt aufnehmen. Es ist zwar für nichts mehr wichtig, aber es pushed.
Auf der letzten Autobahnbrücke fährt das 2. Feld der A-B- KT Männer an uns vorbei. Allein durch den Sog, fliegen wir fast über die Brücke.
Ich versuche noch an den Materialwagen dranzubleiben, um den Windschatten nutzen zu können, leider bremsen die Fahrer in den Kurven so stark ab, dass wir nochmal richtig antreten müssen, um folgen zu können. Ja, es geht um nichts mehr. Na ja, vielleicht doch, die eigene kleine Show und so kommt es tatsächlich noch zu einem Zielsprint und ich lerne, dass ich nach 1 Kilometer Führung nicht noch von vorne einen 200 m Zielsprint fahren kann. Hüstel... ich muss eben noch viiiiieeeel lernen.

Aber ich bin zufrieden und glücklich. Ich habe nicht nur den Anschluss gehalten, sondern auch mitgearbeitet.

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