Samstag, 17. September 2016

1. Continentale BKK Fehmarn Triathlon oder wie ich den Spaß am Triathlon wiederfand :)

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr dem Triathlon fern bleiben, zu tief saß noch die Frustration des vergangenen Jahres und der Gedanke, dass ich den Spaß an dem Sport verloren hatte.
Auch machte alles andere im Moment irgendwie mehr Spaß, da ich mich weder beim Schwimmen, noch bei den Läufe derart unter Druck setzte, wie ich es in der Vergangenheit beim Triathlon getan hatte. Doch hatte ich mich in einer Übermotivations-Minute dazu hinreißen lassen, mich für den 1. Continentale BKK Fehmarn Triathlon anzumelden. Es sprach eigentlich so vieles dagegen ausgerechnet dort zu starten, 1. eine Premierenveranstaltung mit der Gefahr unendlich vieler Kinderkrankheiten, 2. Fehmarn ist fast 200 km entfernt, 3. eine Sprintdistanz (bin ja sonst eher auf den längeren Strecken unterwegs gewesen), 4. Triathlon im Norden im September ?
Da ich mich bereits früh im Jahr angemeldet hatte, hatte ich im Laufe der Saison den Start auch schon vergessen.
Eine Woche vorher erinnerte mich mein Kalender dann doch gerade noch rechtzeitig, um zumindest den Tag nicht anderweitig zu verplanen. Sollte ich denn nun starten oder nicht... Ob Triathlon auch Spaß machen kann, würde ich nicht herausfinden, wenn ich nirgendwo starte und der Fehmarn Triathlon wäre in diesem Jahr nunmal die letzte Chance für diesen Test. Somit war die Entscheidung zugunsten eines Starts gefallen. Zumindest bis mein Wecker um 5:30 Uhr am Sonntag morgen klingelte. Um die Uhrzeit komme ich ganz schön ins Grübeln, ob es das überhaupt wert ist.
Nun, wer grübelt und lamentiert, kann auch nicht wieder einschlafen, so stand ich eben auf. Nach Frühstück und Klamotten ins Auto werfen, fuhr ich dem Sonnenaufgang und Fehmarn entgegen.
Auf der Fahrt fiel mir ein, dass ich auf Fehmarn schon lustige Sachen erlebt habe, wie eine Abschlussfahrt in der 10. Klasse (was auf Fehmarn passiert, bleibt auf Fehmarn) und ein Teambildung-Seminar im Kletterpark später im Job.
Auf Fehmarn angekommen, ging es nach Burgtiefe. Der Parkplatz war schnell gefunden und der Weg zur Anmeldung und zur Wechselzone kurz. Die Damen an der Anmeldung waren trotz des frühen Sonntags gut gelaunt, was nicht selbstverständlich ist.
Weiter ging es zum Rad Check-In, wo die Funktionsfähigkeit der Bremsen und Sitz des Helmes kontrolliert wurde. Die Kampfrichter waren gut drauf und sollten später auch noch einen guten Job machen.
In der Wettkampfbesprechung kam dann die erlösende Nachricht, dass die Ostsee sich gegen ein Neoverbot entschieden hatte ;) . So stiefelten wir barfuß in Neopelle zum Strandabschnitt, in dem der Start sein sollte. Zum Glück hatten sich die Veranstalter für einen Wasserstart entschieden, denn die ersten Meter im Wasser waren mit fiesen Steinen gespickt und wir staksten wie auf rohen Eiern ins Wasser. Die Ostsee präsentierte sich nicht als Ententeich, sondern mit etwas kibbeligem Wasser, also nicht wirklich Wellengang, aber auch nicht platt.
Nach dem Start ging es erstmal raus auf die offene See, na ja, der Boden war überall zu sehen und vermutlich hätte man auch stehen können, aber so kommt man ja auch nicht voran. Dann gab es etwas Gekloppe, weil es um eine Wasserrutsche herumging, um dann parallel zum Strand bis zur letzten gelben Boje zu schwimmen und wieder Richtung Strand abzubiegen und das Wasser zu verlassen. Ich kann zwar inzwischen schneller schwimmen, bin aber immer noch ein Orientierungswunder und so schwamm ich einen etwas anderen Weg oder war zumindest relativ allein unterwegs. Ich mein, das hat ja auch sein Gutes, schließlich halte ich mich so aus dem Gröbsten raus, Hüstel. Immerhin fand ich die letzte gelbe Boje zum Abbiegen und konnte mich von den Wellen an den Strand spülen lassen. Ich war mit meinem Schwimmen zufrieden und abgesehen von einer kurzen Panikattacke im Gedrängel, hat es auch Spaß gemacht.
So ging es dann weiter Richtung Wechselzone. Zum Glück standen überall Helfer, die uns den Weg wiesen, ansonsten wäre ich ziemlich verloren gewesen. Da mir die Wechselroutine mangels Training fehlte, brauchte ich etwas länger, aber immerhin kam ich ohne umzukippen aus dem Neo und vergaß weder Helm noch Startnummer. Was mich aber am meisten begeisterte war, dass meine Achillessehne keinen Mucks von sich gab, obwohl ich durch tiefen Sand und barfuß gelaufen war.
Nun ging es auf die Radstrecke. Und liebe Veranstalter macht euch doch nicht so einen Kopf, dass man nicht sofort aufs Rad aufsteigen kann. Ich bin schon durch deutlich längere Wechselzonen gejoggt und es war alles kein Problem.
Die ersten Meter hieß es Radschuhe anziehen, was während der Fahrt immer wieder überraschend sein kann, aber es lief relativ glatt. Auf der Anfahrt zur Wendepunktstrecke begrüßte mich dann ein Seitenwind, der aber noch recht friedlich war. Auf der Wendepunktstrecke angekommen, hatte man erstmal das Gefühl mit mächtig Druck auf dem Rad zu sitzen, nach dem Wendepunkt stellte sich dann aber schnell raus, dass der Rückwind und nicht die eigene Power für ordentlich Vortrieb gesorgt haben. Das Gegenwindstück konnte einem mächtig den Zahn ziehen, zumal es teilweise mit einem ganz leichten Anstieg versehen war. Aber es ist eine Sprintdistanz und da heißt es nunmal Gas geben bis ins Ziel. Die vier Runden waren schnell vorbei und so ging es wieder zurück nach Burgtiefe. Der nun vorherrschende Seitenwind schob ganz ordentlich an meinem Scheibenrad, aber es ging alles gut und so rollte ich der Wechselzone entgegen. Das Absteigen lief glatt und weder mein Rad noch ich machten einen Salto vorwärts, was auch ziemlich peinlich gewesen wäre, bei der Menge an Zuschauer, die plötzlich da waren und jeden Athleten feierten, als sei er/ sie der Erste.
Nun hieß es Rad abstellen und schnell in die Schuhe schlüpfen. Es warteten zwei Laufrunden, die an der Promenade gut zu laufen waren. Ein kleines Teilstück ging über einen etwas versandten Wegabschnitt, der ganz gut Kraft kostete, aber zu einfach ist ja auch langweilig.
Ich konnte nun in den Zielkanal abbiegen und freute mich das erste Mal seit langem über einen rundum gelungenen Triathlon-Tag. Insgesamt wurde ich Sechste, was aber für mich gar nicht so wichtig war, auch, wenn ich mich darüber natürlich auch gefreut habe.

Mein Fazit:
Ich bin zu dieser Veranstaltung angereist, mit der Hoffnung endlich wieder Spaß am Triathlon zu finden. Und gefunden habe ich eine mit Herz und Verstand organisierte Veranstaltung, die Athleten und Zuschauern ein gutes Gefühl gegeben haben. Die befürchteten „Kinderkrankheiten“ blieben aus. Die Sicherheit auf der Schwimmstrecke war durch die DLRG gegeben und der recht geringe Abstand zum Strand bot eine weitere Absicherung. Da es sich um eine Point-to-Point-Strecke handelte, konnte man auch nicht abkürzen. Die Streckenabsperrungen auf der Radstrecke waren durchgehend und sorgten so für eine hohe Sicherheit der Athleten. Die scheinbar ständige Überwachung durch Kampfrichter verhinderte, zumindest aus meiner subjektiven Sicht, jegliches Windschattengelutsche und garantierten damit einen fairen Wettkampf. Die Laufstrecke war angenehm zu laufen und dadurch, dass man an den am weitesten entfernten Punkten jeweils Rundenbänder bekam, auch gegen Abkürzen gesichert.
Insgesamt haben die Veranstalter einen tollen Job gemacht und einen fairen, sicheren und schönen Triathlon auf die Beine gestellt. Die weite Anfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ihr habt einen Triathlon der Herzen geschaffen. Ich hoffe, dass dieser Triathlon einen festen Platz im norddeutschen Rennkalender einnehmen wird und freue mich auf das nächste Jahr.

1 Kommentar: